Naturraum

Die naturräumliche Ausstattung des Europäischen Vogelschutzgebietes "Medebacher Bucht" ist das Ergebnis von Geologie und Klima, seiner Lage im Landschaftsraum und der Jahrhunderte langen "intensiv extensiven" Landwirtschaft.

Das Rothaargebirge im Westen stellte in früheren Jahrhunderten ein schwer überwindbares Hindernis für die Menschen der Region dar. Eine Orientierung nach Osten ins hessische Waldeck unterblieb wegen der Konfessionsgrenze, die in früheren Jahrhunderten eine große Bedeutung hatte. Es entstand somit eine Isolation der Region, die ihre Wurzeln auf der einen Seite in naturräumlichen und auf der anderen Seite in politischen und religiösen Bedingungen findet. Die geringwertigen Schieferböden, die Besitzzersplitterung und die damit verbundene relative Armut verhinderten eine frühe Intensivierung der Landwirtschaft. Die Landwirte erwirtschafteten ohne Maschinen und den Einsatz chemischer Dünge- und Spritzmittel ihren Lebensunterhalt. Wir nennen das heute extensiv. Da sie dies so „intensiv“ wie möglich taten, entstanden vielfach nährstoffarme Lebensräume.

Die wichtigsten Lebensräume der halboffenen Kulturlandschaft der Medebacher Bucht sind Feuchtwiesen und -weiden, strukturreiches Magergrünland verschiedener Ausprägungen mit Gebüschen und Hecken, Wacholder- und Ginsterheiden, nährstoffarme Äcker und blütenreiche Wegraine. Ein Blick auf die Karte mit der Wald- Offenland- Verteilung zeigt, daß sich Wald und Offenland zu gleichen Teilen das Vogelschutzgebiet teilen. Die Karte mit den Nutzungen hingegen zeigt einen bunten Flickenteppich, der die mosaikhafte und kleinräumige Strukturierung der Medebacher Bucht wiedergibt.



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Wald-Offenlandverteilung

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